Beitrag der Kirchenpflegepräsidenten

N&auml;her als wir denken<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchestaefa.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1070</div><div class='bid' style='display:none;'>8896</div><div class='usr' style='display:none;'>55</div>
Liebe Mitglieder der beiden Kirchgemeinden von Stäfa und Hombrechtikon
Wie Sie nach dem Leserbrief der Fusionsskeptischen ahnen, gehen in einigen Kreisen
bereits in dieser frühen Phase des Meinungsbildungsprozesses die Wogen hoch.
Wir wollen jetzt nicht auf jeden einzelnen Punkt des genannten Leserbriefes eingehen. Dazu haben wir am 18. und 26. November an den freien Versammlungen in Hombrechtikon und Stäfa noch Gelegenheit genug. Auch in der Weisung zu den Abstimmungen werden wir uns zu allen Bedenken, die uns bis zur Drucklegung bekannt sein werden, äussern.

Die Argumente der Kritikerinnen und Kritiker können wir ehrlicherweise auch nicht in Bausch und Bogen verwerfen. Da ist immer auch ein Kern Wahrheit dabei. Für uns sind diese Fragen und Bedenken jedoch auch immer ein Ausdruck davon, ob wir das Glas halb leer oder halb voll sehen wollen. Als Exekutivpolitiker sind wir natürlich eher geneigt bzw. fast verpflichtet, uns dem Zweiten zuzuwenden.

Und noch etwas: als Präsidenten mit über zehnjähriger Behördenerfahrung erleben wir unsere Kirchgemeinden vielleicht auch etwas anders als Sie als Mitglieder einer der beiden Kirchgemeinden. Sie müssen sich der vielfältigen Personalprobleme nicht annehmen. Sie müssen sich die Beschwerden über das laute Glockengeläut nicht anhören. Sie müssen nichts unternehmen, wenn sich Trauernde über eine misslungene Trauerfeier beschweren. Sie müssen auch kein Corona-Schutzkonzept zum xten Mal umschreiben. Dafür haben Sie ja uns, ihre Behörde, Pfarrer*innen und Mitarbeitende.

Früher hiess es: ein Amt bringt neben der Bürde auch Würde. Davon spüren wir heute nicht mehr viel. Dagegen wird unser Einsatz von Jahr zu Jahr aufwändiger und zwangsläufig auch professioneller, während die Entschädigungen immer noch dem Prinzip von Gottes Lohn folgen. Wenn wir möglichen Nachfolgenden klaren Wein einschenken, was sie im neuen Amt erwartet, dann haben immer weniger Lust, ein solches Amt überhaupt nur anzutreten.

Daran müssen wir etwas ändern! Insbesondere wünschen wir uns unsere Behördenämter so zu gestalten, dass wir auch weiterhin fähige Nachfolgende finden können, die bereit sind, diese Bürde auf sich zu nehmen. Stäfa hat mit seiner Organisationsreform 2010 einen Anfang gemacht, aber mehr nicht. Wir erinnern daran, dass nach den letzten ordentlichen Wahlen in der Zürcher Landeskirche gerade gut die Hälfte der Sitze für Kirchenpflegende besetzt werden konnte.

Zugegeben: das alles ist ein Aspekt unter vielen. Wir könnten jetzt noch zwei, drei weitere Themen anschneiden, die in der Leitung der Evangelisch-reformierten Landeskirche ebenfalls einer dringenden Reform bedürften. Nur, da ist unser Einfluss gering. Wir müssen an Änderungen arbeiten, wo unser Einfluss und unsere Verantwortung am grössten sind. Der Zusammenschluss zweier Gemeinden ist ein bescheidener Beitrag in diesem stetigen Veränderungsprozess.

Und, ganz im Sinne des halbvollen Glases sind wir der Ansicht, dass Strukturveränderungen im Zusammenhang mit einem Zusammenschluss Erleichterung bringen werden und weiterhin ein attraktives kirchliches Gemeindeleben erlauben.

Gerne verweisen wir auf die «Blühende Landschaft » von Matthias Krieg, wo er 2045 drei alte Herren mit drei jungen Frauen in der Cafékirche in Männedorf über die Veränderungen in der Welt und im kirchlichen Leben in den vergangenen 20 Jahren reden lässt («… » und kein bisschen müde», hrsg. von Arnold Egli, et. al.). Ganz im Sinne der Ecclesia semper reformanda geht es dabei um Veränderungen, um gelungene und misslungene.

Am Schluss geben die Gesprächsteilnehmenden je ein Statement ab: Hürlimann: «Gemeinschaften sind vital, wenn in ihnen Geschichten sprudeln, heitere und traurige, grosse und kleine, beschauliche und nachdenkliche, aber Geschichten. Wo es nichts zu erzählen gibt, ist die Landschaft vertrocknet.» Und Nkruma-Häderli fährt weiter: «Dasselbe gilt für die Musik. Wo dem Herrn kein neues Lied gesungen wird, (…) wo kein groove entsteht.» Aber lesen Sie doch selber weiter in der zitierten Geschichte.

Dr. Arnold Egli, Andreas Dürr, Kirchenpflegepräsidenten in Stäfa und Hombrechtikon


Arnold Egli <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Foto:&nbsp;Lisbeth&nbsp;Grimm)</span>
Dr.
Arnold Egli
Laubstenstrasse 13
8712 Stäfa

044 926 70 01 (Fax 044 796 25 22)

D&uuml;rr, Andreas
Andreas Dürr
Oetwilerstrasse 35
8634 Hombrechtikon