reformiert.lokal 04.01 - "Seid gewiss: Ich bin mit euch alle Tage bis an der Welt Ende."

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Leitartikel - Seid gewiss: Ich bin mit euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28, 20
Was mir an diesen äthiopischen Fresken, an dieser Darstellung des Gekreuzigten (links) und des tanzenden Auferstandenen (rechts) so gefällt, ist dass sie Christus nicht festlegen. Obwohl von dunkelhäutigen Afrikanern gemalt, kann man in ihren Christusdarstellungen alles sehen. Gott, der die Gestalt eines Menschen annahm, könnte schwarz sein – aber auch weiss. Er könnte Asiate sein – aber auch amerikanischer Ureinwohner. Er könnte ein multiethnisches Gemisch sein, wie die Kinder unserer Weltzeit. Nun gut: Der Gekreuzigte ist klar männlich – aber der tanzende Auferstandene hat feminine Züge und könnte gut als Frau durchgehen.

Wo würde Gott in unseren Zeiten Mensch werden? Und wodurch fände er seinen Tod? Vielleicht ist seine Mutter ganz allein mit ihm schwanger auf der Flucht und wird an der Grenze zurückgewiesen. Gott könnte endlich in Frauengestalt Mensch werden, weil nun auch sie Gehör finden würde. Und wodurch fände sie ihren Tod? Vielleicht verhungert sie schon im Kindesalter oder stirbt an einer jener längst therapier- oder verhinderbaren Krankheiten, lebt aber im falschen Land. Was auch immer, ich bin mir ziemlich sicher: Gott würde nicht am Zürichsee blond und blauäugig zur Welt kommen und am Coronavirus sterben.

Auferstehung ist nicht etwas, dass erst nach dem Tod wirksam ist. Auferstehung zum ewigen Leben heisst nicht, sich vor den Gefahren des Lebens zu isolieren und sich vor der Welt abzuriegeln, um ja am Leben zu bleiben und ja nie zu sterben. Auferstehung heisst, sich im Leben und im Tod, in jeder Freude und jeder noch so grossen Gefahr von Christus begleitet, geführt und getragen zu glauben. Auferstehung heisst, dass wir als Erlöste und Befreite in allen Problemen dieser Welt tanzen können. Tanzen können, auch wenn wir als Verfolgte im Gefängnis sitzen. Auferstehung macht es möglich, an den Grenzen nicht zu verzweifeln.

Unser Körper kann verhungern und sterben, aber unsere Seele ist satt und wir leben, auch wenn wir sterben. Selbst wenn eine todbringende Krankheit uns befällt, lieben wir dieses verletzliche Leben und lernen mit Gottes Hilfe und Geleit, alles anzunehmen. Und stirbt ein lieber Mensch, wird nicht nur der Verstorbene, sondern auch der Hinterbliebene auferstehen können zu neuem Leben. Und ja: Wir dürfen hadern und weinen, weil dieser fiese Tod mit uns geht und manchmal seinen grausamen Schatten auf uns wirft. Doch der Stachel ist ihm genommen, seine Macht über uns fegt Er weg – Er, der den Tod überwunden hat, Jesus Christus, unser Erlöser, der da lebt und ist und sein wird – und wir mit ihm.

Diana Trinkner, Pfarrerin

Diana Trinkner
Pfarrerin
Diana Trinkner
Tödistrasse 3
8712 Stäfa

044 926 14 70


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